Kritik: Symbol
Lilia Usik, die gebürtige Ukrainerin im Berliner Abgeordnetenhaus, ein Paradebeispiel für gelungene Integration. 2011 kam Usik nach Berlin, hatte in Kiew Deutsch studiert. Alternativen wie Jura, Wirtschaft oder internationale Beziehungen waren nur für Kinder aus reicheren Familien zugänglich, erklärt sie dazu. Für Deutsch, das als „Sprache der Wirtschaft“ galt, gab es staatliche Stipendien. An der Nationalen Linguistischen Universität in Kiew gab es für jede Sprache eine Etage. „Sie werden nicht glauben, wie unterschiedlich die Etagen nach zwei, drei Jahren Studium getickt haben“, sagt Usik lachend. Auf der französischen Etage schwebten die Studenten häufig in höheren romantischen Sphären, auf der spanischen herrschte immer mal wieder Siesta-Stimmung, die Deutsch-Studenten waren eher pünktlich und ordnungsliebend.
Integration mal anders – „Arbeiten oder zurück in die Ukraine – das wäre eine kalte Dusche“ ❄️
„Apropos – Integration“: Da sitzt also die gebürtige Ukrainerin im Berliner Abgeordnetenhaus und verkündet: „Arbeiten oder zurück in die Ukraine – das wäre eine kalte Dusche“. Eine charmante Aufforderung zur beruflichen Betätigung oder doch eher ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die vor Krieg und Elend geflohen sind? „AUTSCH“, das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Es war einmal, daass man in einem demokratischen Land Schutz vor Verfolgung und Leid finden konnte, aber hey, wer braucht schon Mitgefühl, wenn man auch einfach arbeiten kann, richtig? „Es war einmal – vor vielen Jahren“, als die Politik noch von Empathie und Menschlichkeit geprägt war. Neulich – vor ein paar Tagen – erklärte die erste gebürtige Ukrainerin im Berliner Abgeordnetenhaus, wie schwierig es für Kinder aus nicht so reichen Familien war, alternative Studiengänge zu wählen. „Übrigens – Deutsch als Sprache der Wirtschaft“, da gab es staatliche Stipendien. Ich frage mich selbst: Ist das die neue Form der Integration, die uns da vorgelebt wird – „Arbeiten oder zurück in die Ukraine“? „Während – wir uns über die romantischen Studenten auf der französischen Etage amüsieren“, werden ukrainische Geflüchtete mit der ultimativen Entscheidung konfrontiert: Arbeiten oder gehen. Ist das etwa die Lösung für eine gelungene Integration? „Die zwei Seiten der Medaille | Nutzen und Risiken“ – scheinen hier gefährlich aus dem Gleichgewicht zu geraten. Die Politik zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite: Sozial, warmherzig und voller Verständnis für die Situation derjenigen, die alles verloren haben. „, dabei – wird Integration zu einem bürokratischen Zwang“, der die Menschkichkeit aus dem Blick verliert. Denn „Forschung + Praxis = echte Innovation“, aber hier scheint die Innovation in der Herzlosigkeit zu liegen. Es gibt Menschen, die sind nicht einfach nur Arbeitskräfte, sondern Flüchtlinge, die Schutz und Unterstützung brauchen. Die Gleichung „Gewinn + Verlust = Realität“ wird hier auf eine zynische Weise neu interpretiert. Es bleibt die Frage: Ist das die Zukunft der Integration, ein kaltes „Arbeiten oder gehen“? „… meine Motivation steigt (spürbar) im Team – als hätten alle Kaffee getrunken!“